US-Präsident Donald Trump hält eine Tafel mit Zöllen vor US-Fahnen (Bild: picture alliance / AP | Mark Schiefelbein)
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Interview - Hahn (FDP): EU muss bereit sein, härtere Gangart gegen Trump vorzulegen

US-Präsident Donald Trump hat weitere Zölle angekündigt. Die Europaabgeordnete Svenja Hahn (FDP) sagt, die EU müsse härtere Maßnahmen einschlagen, falls Trump nicht verhandlungsbereit ist.

US-Präsident Donald Trump belegt seine Handelspartner weltweit mit weiteren höheren Zöllen. Importe aus der Europäischen Union sollen nun mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt werden.

"Was Donald Trump da macht, ist ein harter Schlag für die Weltwirtschaft und eigentlich ein Angriff auf unser regelbasiertes Wirtschaftssystem", sagt die Europaabgeordnete und Vorsitzende der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE), Svenja Hahn (FDP). Unter anderem ist sie im Ausschuss für internationalen Handel.

Hahn zu möglicher Gegenreaktion: EU-Zölle müssen USA mehr schaden als uns

 

Hahn begrüßt, dass die EU-Kommission ein erstes Paket schnürt, um verhandlungsbereit zu sein. Donald Trump werde nur verhandeln, wenn die EU aus einer Position der Stärke komme. Allerdings betont die Abgeordnete: "Wenn das nicht reicht, [...] müssen wir bereit sein, auch härtere Maßnahmen einzuschlagen und eine härtere Gangart vorzulegen."

Wichtig sei dabei eine asymmetrische Gegenreaktion: "Dass unsere Gegenzölle den USA stärker schaden als uns." Die US-Wirtschaft hat laut Hahn "einen einzigen Gegner und der heißt Donald Trump. Also die Zölle werden die amerikanische Wirtschaft massiv treffen." Die USA seien auf dem Weg in eine Rezession und das werde auch Auswirkungen auf die EU und auf Deutschland als Exportland haben.

"Trump nennt Fantasiezahlen"

 

Die Europaabgeordnete kritisiert zudem die Zahlen, die Donald Trump genannt hat: "Er kommt angeblich auf 39 Prozent Zölle der EU im Schnitt. Das ist eine völlige Fantasiezahl. Wir haben drei bis vier Prozent im Schnitt an Zöllen." Vieles, was Donald Trump macht, sei nicht mit rationalen Maßstäben zu erfassen.

Die EU ist laut Hahn verhandlungsbereit: "Aber wir müssen auch aus einer Position der Stärke kommen und uns nicht herumschubsen lassen."

Hintergrund

Trump kündigt umfassende Zölle an

US-Präsident Donald Trump hat neue Zölle für Handelspartner weltweit angekündigt.

Importe aus der Europäischen Union werden mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt, Waren aus China sogar mit 34 Prozent. Das sagte Trump am Mittwochabend im Rosengarten des Weißen Hauses.

Er sprach von einem "Befreiungstag" für die US-Wirtschaft. Arbeitsplätze und Fabriken würden wieder zurück in die Vereinigten Staaten kommen. Der EU warf er vor, die USA ausgenutzt zu haben.

Kritik an den Zöllen kommt vom ehemaligen US-Vizepräsidenten Mike Pence. Die Zölle würden amerikanische Familien über 3500 Dollar pro Jahr kosten, schrieb Pence auf X. Er gehörte früher zu Trumps wichtigsten Gefolgsleuten.

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