Elektrofahrzeuge werden im Volkswagen-Werk in Emden gebaut.
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Interview - IG Metall zu US-Autozöllen: "Am Ende müssen Beschäftigte die Zeche zahlen"

Die USA wollen Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autos aus dem Ausland erheben. IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner spricht über die Auswirkungen für die Automobilindustrie.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass ab 2. April Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autos aus dem Ausland in Kraft treten sollen.

Christiane Benner, Vorstand der Gewerkschaft IG Metall, betont, dass Deutschland eine hohe Abhängigkeit von der Autoindustrie hat. "Das heißt da hängen wirklich viele, viele gut bezahlte, mitbestimmte Arbeitsplätze dran." In Deutschland wurden demnach 450 000 gefertigt, die 2024 in den USA zugelassen worden sind.

Automobilbranche muss neue Märkte erschließen: Indina, Afrika, Europa

 

Wenn diese Wagen mit Zöllen belegt werden, könnten als Folge weniger Autos gekauft werden. Für den Europäischen Markt sei schon China weggebrochen, nun folge die USA. Laut Benner müssten andere Märkte erschlossen werden. Sie nennt Indien oder den afrikanischen Markt als Beispiele. Das hänge allerdings mit der Modellpolitik der Autokonzerne zusammen.

Darüber hinaus müssten weitere richtige Entscheidungen getroffen werden: "Europa ist ja auch kein kleiner Markt." So könnte man Elektroautos unterstützen durch Ladesäulen oder die Unterstützung bei Firmenflotten.

Ausweg: Modellpolitik zu mehr kleineren E-Autos?

 

"Am Ende müssen Beschäftigte die Zeche dafür zahlen", sagt die IG-Metall-Chefin: "Zölle helfen echt überhaupt nicht." Lohnverzicht ist nach Ansicht von Benner nicht das geeignete Mittel. Die Unternehmen müssten vielmehr mit ihren Modellen flexibel werden und es möglich machen, dass sich mehr Menschen ein Elektroauto kaufen können.

"Die kleineren Fahrzeuge, die kommen halt erst in diesem Jahr, im nächsten Jahr, im übernächsten Jahr auf den Markt." Die IG Metall hoffe, dass damit die Nachfrage angekurbelt werden könnte. "Mit Lohnverzicht kann ich diese strukturellen Probleme, die wir in der Branche haben, nicht lösen", so Benner.

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