Interview - Deutschland, Land der Nichtschwimmer?
Nach einer Umfrage der DLRG kann jedes fünfte Kind im Alter zwischen sechs und zehn Jahren nicht schwimmen. Es fehle sowohl an Bädern als auch an Schwimmlehrern, sagt Christian Kuhn, Sprecher der Bäderallianz. Der Zusammenschluss von Verbänden will am Montag ein neues Konzept für den Erhalt der Bäder vorstellen.
Deutschland droht zum Land der Nicht-Schwimmer zu werden: 20 Prozent der Kinder im Grundschulalter können nicht richtig schwimmen. Ein Grund dafür: Während der Corona-Pandemie war Schwimmunterricht oftmals nicht möglich. Die Bäderallianz Deutschland, ein Zusammenschluss fast aller Verbände, die in Deutschland mit dem Badewesen zu tun haben, will das ändern.
"Wir haben drei bis vier verlorene Jahre, wo die Kinder nicht schwimmen gelernt haben", sagt deren Sprecher Christian Kuhn. Neben der Pandemie gebe es weitere Probleme: Im Schulsport fehle es an Lehrkräften und Bädern.
Kuhn: Bäder brauchen Kraftakt von Bund, Ländern und Kommunen
Viele Bäder in Deutschland seien in den 60er Jahren gebaut worden und müssten dringend saniert werden. Klar sei, dass Bäder die teuersten Sportimmobilien der Städte seien, so Kuhn. "Das ist ein Kraftakt von Bund über Länder bis zu den Kommunen."
Um den Schwimmunterricht wieder zu gewährleisten, hat die Bäderallianz ein Konzept ausgearbeitet. Es sehe unter anderem den Bau dezentraler Schul- und Vereinsbäder und mehr Kooperation unter den Badbetreibern vor, erklärt Kuhn.