Ein Disponent arbeitet in der Einsatzleitstelle der Berliner Feuerwehr.
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Interview - Feuerwehrgewerkschaft: Gehen mit Mangel nun geschickter um

Die Berliner Feuerwehr arbeitet Notrufe nach einem neuen Dringlichkeitsschema ab. Damit sollen die Ressourcen geschont werden, sagt Gewerkschafter Manuel Barth. Wenn es um Leben und Tod gehe, ändere sich aber nichts.

Wer in Berlin die 112 wählt, wird ab sofort in eine von fünf Kategorien eingeteilt. Höchste Priorität haben zum Beispiel Fälle, bei denen Menschen bewusstlos sind. Bei weniger dringlichen Fällen oder gar Bagatellen entscheidet sich je nach Kategorie, ob ein Sanitäter oder ein Bereitschaftsarzt zum Patienten fährt.

Mit eingebunden in die Erarbeitung dieses neuen Dringlichkeitsschemas war die Deutsche Feuerwehrgewerkschaft. Deren Sprecher Manuel Barth sagt, er habe den Prozess "mit sehr großem Wohlwollen begleiten können". Für ihn gehe es darum, dass man dem Problem des Ressourcenmangels künftig ehrlicher begegnen könne.

Barth: Ressourcen für wirklich schwierige Notfälle schaffen

 

Denn bislang sei die Hilfsfrist von zehn Minuten nach Eingang eines Notrufs in nicht einmal fünfzig Prozent der Fälle eingehalten worden - dabei liege das Ziel eigentlich bei 90 Prozent. Es ändere sich durch das neue Schema zwar nichts an der Knappheit, aber Barth betont: "Wir gehen mit dem Mangel etwas geschickter, ehrlicher um."

Erreiche den Rettungsdienst ein Fall per Notruf, der eigentlich länger Zeit habe, müsse dieser künftig etwas warten und werde etwa an den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst weitergeleitet. Dafür werde so "die Ressource für wirklich schwierige Notfälle auch innerhalb kürzester Zeit da zu sein" geschaffen. Barth betont, wenn es wirklich um Leben und Tod gehe, ändere sich auch durch das neue Schema nichts daran, dass sofort Hilfe unterwegs sei.

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