Inklusiver Spielplatz, auf dem Kinder mit und ohne Behinderung spielen
Aktion Mensch
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Interview - Düsterhöft (SPD): Es muss Geld geben für inklusive Spielplätze

Fast 80 Prozent der Spielplätze in Deutschland sind für Kinder mit Behinderung nicht oder nur sehr begrenzt nutzbar - das zeigt eine Studie von "Aktion Mensch". In Berlin hat immerhin jeder dritte Spieplatz inklusive Merkmale. Doch für Lars Düsterhöft (SPD) reicht das noch lange nicht. Er fordert verpflichtende Vorgaben.

Bei inklusiven Spielplätzen steht Berlin im deutschlandweiten Vergleich zwar gut da, wie eine Studie der "Aktion Mensch" zeigt. Doch auch dort sind viele Anlagen nicht oder nur teilweise für Kinder mit Behinderungen zugänglich. Lars Düsterhöft, Sprecher für Pflege und Menschen mit Behinderungen der Berliner SPD, sieht deshalb Bedarf für Nachbesserungen.

"Ich glaube, dass das Thema Inklusion grundsätzlich leider ein Randthema ist, obwohl es alle Menschen betrifft", sagt er. Gerade bei Spielplätzen werde das viel zu wenig mitgedacht. So sei auch im Berliner Spielplatzgesetz die Inklusion nicht verbindlich festgeschrieben.

Düsterhöft: Inklusion bei Neubau und Sanierung von Spielplätzen schaffen

 

Damit alle Kinder in Berlin mitspielen können, müsse der Senat dafür Geld bereitstellen. Manches wie ein Bodenbelag aus Gummi oder Kork statt Sand sei bei einem inklusiven Spielplatz etwas teurer - "aber ich muss auch sagen, dafür muss es einfach Geld geben", so Düsterhöft. Es gehe nicht darum, von heute auf morgen alle Spielplätze inklusiv zu gestalten. Doch bei Neubau oder Sanierung müsse das geschaffen werden.

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Laut jüngster Studie fehlt es in ganz Deutschland an inklusiven Spielplätzen, also an Orten, an denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsamen spielen können. Berlin schneidet in der Studie zwar vergleichsweise gut ab, in der Praxis ist der Spielplatzbesuch für viele Familien trotzdem ein Hindernisparcours. Von Jonas Wintermantel