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Für Festivalchef Dieter Kosslick ist die 68. Berlinale seine vorletzte. Die Debatte um seinen Nachfolge und die Zukunft des Filmfestes war vor der Berlinale heftig. Aber jetzt strömen die Menschen wieder in die Kinos und die Berlinale geht langsam zu Ende. Heißt das, dass alles wieder gut ist? Anke Burmeister hat sich auf dem größten Publikums-Filmfestival der Welt umgehört.
Wenn die Berlinale erst einmal läuft, dann stellt sie niemand mehr ernsthaft in Frage. Kino zwingt einen zur Auseinandersetzung. Dieser kluge Satz fällt in einer Gesprächsrunde. Dort treffen Generationen aufeinander, die Produzentin Gloria Burkert, die an der Filmakademie Ludwigsburg den Studiengang Produktion leitet und der 35-jährige Regisseur Roderick Warich. Sie könnten sich vorstellen, statt der vierhundert eher zweihundert Filme zu zeigen, sie wünschten sich diese überbordende Masse einzuschränken, und die Selektion ein bisschen strenger zu gestalten.
Viel größer ist der Dissens nicht, die Berlinale ist wichtiger Branchentreff und das größte Publikumsfestival der Welt. Glücklich schreiten nicht nur die Stars sondern die Kinobesucher über den Roten Teppich. Sie lieben Kino und den Festivaldirektor Dieter Kosslick. Zu jeder Filmpremiere empfängt er die Teams, und auch er gibt Autogramme oder steht für Fotos bereit.
Die Berlinale ist ein Teil der "Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH", sowie die Berliner Festspiele oder das Haus der Kulturen der Welt. Eine Findungskommission berät zurzeit über die Nachfolge von Dieter Kosslick. Im Sommer will Kulturstaatsministerin Monika Grütters diese verkünden. Der Vertrag für das Herz des Filmfestes, dem Berlinale-Palast ist schon mal verlängert.
Auch der Nachwuchs strömt ins Kino: 50 000 Kinder und Jugendliche sind es in der Sektion Generation. Lina und Lore zum Beispiel, zwei Tage lang heißt es für sie: Kino anstatt Schule. Ein bisschen langweilig finden sie die Filme schon, die sie gesehen haben, während ihre Lehrerin ganz begeistert ist - besonders von der Möglichkeit, die Filme in Originalsprache sehe zu können
Und genau dafür ist sie da die Berlinale: Anstrengend, von allem zu viel, aber trotzdem schön. Dieter Kosslick hat die Berlinale zu diesem großen Happening gemacht. Das zeigt auch das Filmfest in diesem Jahr.