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Das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine ist traditionell ein schwieriges. Das gilt im Alltag, aber auch in der Literatur und insbesondere auch in den großen Kinogeschichten, wo die Beziehung zwischen Mensch und Maschine immer wieder eine Rolle spielte: inforadio-Kinoreporter Alexander Soyez hat sich auf eine filmische Spurensuche begeben.
Es ist kompliziert. Ob sie uns die Maschinen einen Terminator auf den Hals schicken, ob sie uns zu organischen Batterien machen und uns in der Matrix gefangen halten oder ob sie die besseren Menschen oder Märchengestalten sind und R2D2, Chappie oder Wall- E heißen: Die Beziehung von Mensch und Maschine in Filmen und Serien ist geprägt von Sehnsüchten und Ängsten zugleich.
Zahllose U- und Dystopien haben das wiedergespiegelt seit der Mutter der Science-Fiction - Filme "Metropolis" von Fritz Lang. Und abgesehen von Roboter als Sidekick oder bester-Freund-Spielarten herrscht in den Kinofantasien das Misstrauen vor: Was, wenn die Maschinen, Roboter oder Computer auf einmal nicht mehr so wollen wie sie sollen?

Von HAL 9000 über Blade Runner bis Wall-E
Hal 9000 aus Kubricks Meisterwerk "2001" ist der Inbegriff dieses Misstrauens. Oder Yul Brynner als unberechenbar mörderischer Cowboyroboter im Vergnügungspark "Westworld", der jetzt auch in der gleichnamigen gefeierten HBO-Serie wiederöffnet wurde - und diesmal treibt Ed Harris sein Unwesen.
Programme, Maschinen oder Androiden, die auf einmal einen ganz eigenen Kopf haben, die Weltherrschaft anstreben, oder ganz simpel zu Mördern werden, das gibt es immer wieder. Die Leinwand - Maschinenwesen des Kinos, egal wie unmenschlich sie sich auch verhalten mögen, sind immer sehr menschlichen Vorstellungen entsprungen – so wie die Frage, ob Androiden von elektrischen Schafen träumen, der Philip K. Dick "Blade Runner" - Vorlage.
Die maschinellen Helden und Schurken des Kinos: In gewisser Weise sind sie - wie auch ihre menschlichen Entsprechungen - Avatare unserer Hoffnungen, Sorgen und Visionen. Die meisten Maschinen also der eher düsteren Science-Fiction sind so etwas wie unartige, trotzige Kinder, die sich mit ziemlich viel Macht gegen ihre Schöpfer stellen. Geliebt, gefürchtet, gespannt beobachtet - und selbstverständlich sagen sie immer mehr über uns und unsere Welt als über die Maschinen.