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Das Unternehmensporträt

Im Unternehmen Metallbau Windeck wird ein Fensterrahmen verschraubt (Bild: dpa)

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Unternehmensporträt, Fr 30.07.10 11:35 Uhr

Metallbau Windeck

Die ostdeutsche Wirtschaft holt nur mühsam auf. Inzwischen gibt es wieder Industriebetriebe im Osten, in der Regel allerdings als Ableger westlicher Konzerne. Dagegen hat es das ostdeutsche Handwerk geschafft, aus eigener Kraft auf den Beinen zu bleiben. Jan Pallokat stellt die Firma Metallbau-Windeck aus Kloster Lehnin bei Brandenburg-Stadt vor.

Schweißarbeiten bei Metallbau Windeck unweit von Brandenburg/Stadt. Drei turnhallengroße Werkshallen à 2000 m², zahlreiche Werkzeugmaschinen, 112 Beschäftigte, 12 Millionen Euro Umsatz - wo hört eigentlich das Handwerk auf und wo fängt die Industrie an?

Klaus Windeck, Seniorchef der ostdeutschen Firma: "Industrie wurde früher mal so definiert, wenn ein Artikel hergestellt wird, der nicht bestellt ist. Handwerk ist, wenn ein Kunde kommt, etwas bestellt und das dann zweckgebunden extra für ihn angefertigt wird. Und das ist hier der Fall."

Metallbau Windeck liefert heute maßgefertigte Fassadenteile -Fenster oder Türen - in einem Radius von Berlin bis Hamburg. Einige Prestige-Projekte können die Brandenburger vorweisen, etwa die Verschalungen der Mexikanischen Botschaft in Berlin.

Vor allem ist der Betrieb aber eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte, denn die Firma gibt es inzwischen seit 150 Jahren. Als privater Handwerksbetrieb überlebte sie die DDR-Zeit und wuchs nach der Wende aus eigener Kraft zur heutigen Größe. Dabei schien das Schicksalsglöckchen dem Familienbetrieb schon mehr als einmal geläutet zu haben, als etwa in den frühen 1970ern die DDR-Führung plante, die letzten privaten Betrieben zu verstaatlichen: "Da wurde immer gesagt, der Sozialismus hat gesiegt und jetzt müssen wir aus Ihrem Betrieb eine Produktionsgenossenschaft machen. Darüber haben wir auch versucht, nachzudenken - und da denke ich heute noch darüber nach."

Windecks Firma überlebte, indem der Chef erst einmal so weitermachte wie bisher. Und das war klug so. Denn schon vier Jahre später sah die DDR-Staatsführung ein, dass es ganz ohne Privat-Initiative schwer werden würde: "Es gab dann 1976 schon wieder die ersten Neuzulassungen und man hatte sich dann gefreut, dass andere Betriebe da waren, um die Probleme der Bevölkerung damit auch abzusichern."

Allerdings duldete Ost-Berlin private Fachhandwerksbetriebe nur unter strengen Auflagen: mehr als zehn Beschäftigte durfte es nicht geben und Preise wie Löhne wurden staatlich festgesetzt und waren DDR-weit einheitlich. Der Wettbewerb fand anderswo statt: Gut war, wer an die vielfach knappen Baumaterialien kam und sie hortete: "Es wurde dann eben so gefertigt, wie das Material vorhanden war. Wenn ein Architekt kam und eine irgendwie geartete Fassade haben wollte oder andere Wünsche und Vorstellungen geäußert wurden, dann habe ich immer erst einmal auf den Materialbestand verweisen müssen, dem die Pläne sich dann unterordnen mussten."

Enstprechend musste Windeck in jeder Hinsicht umdenken, als die Wende kam, zumal die DDR-Handwerksbetriebe noch viel stärker per Hand fertigten als die Konkurrenz im Westen: "Wir haben es überstanden, auch wenn ich manchmal nicht mehr weiß, wie. Wir hatten das große Glück, dass wir uns gleich eine entsprechende Technik kaufen konnten. Wir haben Kredit bekommen, hatten einen Freund, der unst unterstützt hat."

Metallbau Windeck steht für den ganzen Wirtschaftsumbau Ost. Denn während die DDR-Industrie die Abnehmer vor allem aus Osteuropa verlor und in der Fläche unterging, blühte das zuvor recht dünn gesäte Handwerk Ost bald auf. So hat sich die Zahl der Beschäftigten im ostdeutschen Handwerk seit der Wende auf rund 800.000 genau verdoppelt - was aber nicht den Verlust von ca. drei Millionen Arbeitsplätzen ausgleichen konnte.

Stand vom 30.07.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 30.07.2010 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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