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Vis à vis - FreeNow-Präsident: Vermittlung illegaler Fahrzeuge nicht auszuschließen

Sozial-Dumping, keine Zulassung, Geisterfirmen - viele von Uber, Bolt und Co. vermittelte Mietwagenfirmen scheinen dubios. FreeNow-Präsident Alexander Mönch sagt im Gespräch mit Jana Göbel: Anders würde sich das Geschäft als Mietwagenunternehmen nicht lohnen. Er sieht die Branche am Ende.

Hintergrund

Zahlreiche über Mobilitäts-Apps vermittelte Autos ohne Konzession

Mindestens 1.000 über Mobilitäts-Apps vermittelte Autos fahren ohne Konzession

In Berlin sind nach Informationen von rbb24-Recherche mindestens 1.000 Autos ohne Konzession über Plattformen wie Uber, Bolt und Freenow buchbar. Diese Zahl nennt der zuständige Referatsleiter beim Landesamt für Bürger und Ordnungsangelegenheiten (LABO) Günter Schwarz: "Wir gehen davon aus, dass es eine Form der organisierten Kriminalität ist".

In Berlin sind fast 4500 legal zugelassene Fahrzeuge im Auftrag von Mietwagenfirmen unterwegs, die von den Plattformen wiederum an die Nutzer vermittelt werden. Die Fahrzeuge ohne Konzession kommen noch dazu.

Im August 2023 hatte der Berliner Senat mit den großen Plattformbetreibern Uber, Bolt und Freenow eine Vereinbarung geschlossen, wonach nur noch überprüfte Anbieter von den Mobilitäts-Apps vermittelt werden. Für den Bestand an Fahrzeugen gilt die Regelung bislang nicht. Das müsse unverzüglich nachgeholt werden, fordert der Präsident des Plattformbetreibers Freenow für Deutschland und Österreich, Alexander Mönch. Man sei bereit, alle Mietwagenfirmen, mit denen man kooperiere, an das LABO zu melden, sagte er gegenüber rbb24-Recherche. Mönch fordert eine einfache, aber schnelle Lösung: den Abgleich der Daten aller konzessionierten Firmen mit denen der Mietwagenfirmen, die von den App-Plattformen vermittelt werden. Für den Fall, dass der illegale Markt nicht nachhaltig beendet werde, kündigte Mönch den Ausstieg von Freenow aus diesem Geschäft an.

Für die Nutzer der App-basierten Mietwagen kann das illegale Geschäft gravierende Konsequenzen haben. So warnt Simon Götze von der Verbraucherzentrale Berlin: "Wenn ein Mietwagen nur privat statt gewerblich versichert ist, besteht auch kein Versicherungsschutz für das Fahrzeug." Auch für die Fahrgäste kann damit der Versicherungsschutz entfallen.

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Ein Mann steigt in ein Auto ein (Bild: picture alliance / Westend61 | Uwe Umstätter)
picture alliance / Westend61 | Uwe Umstätter

Interview - Verkehrspolitiker fordert Entzug von Konzession für illegale Fahrtdientsleister

In Berlin fahren mindestens 1000 Fahrzeuge, die über Plattformen wie Uber, Bolt oder Freenow vermittelt werden, illegal. Der Berliner SPD-Verkehrspolitiker Tino Schopf sagt, Fahrgäste seien im Falle eines Unfalls nicht versichert. Er fordert nachträgliche Kontrollen. Außerdem müssten gegebenenfalls Konzessionen entzogen werden.